• Jan Walter

Skandal im Schweizer Fernsehen


Die Arena ist eine Sendung des Schweizer Fernsehens (öffentlich-rechtlich), deren Inhalt eine Diskussionsrunde über Politik bildet. Die letzte Austragung (24.2.2017) war wieder einmal sehr hitzig um nicht skandalträchtig zu sagen. Entsprechend gab es am nächsten Tag viele Schlagzeilen. Einleitend zum Artikel empfehle ich den Videoausschnitt zum Streitgespräch. Das ganze Video findest du hier.


Was ist passiert? Der Moderator (Jonas Projer) spielte einen Tweet und eine E-Mail des Gastes (Daniele Ganser) ein um ihn öffentlich zu diskreditieren. Leider ging der Schuss nach hinten los. Wie du auf den folgenden beiden Bildern siehst, liess das Schweizer Fernsehen einen Teil der E-Mail aus. Ganser empörte sich zurecht und beschimpfte die Sendung mit Lückenpresse. Wie du gleich sehen wirst, war der ausgelassene Teil, entgegen den Behauptungen des Moderators, von Bedeutung. Gansers Stellungnahme findest du auf seiner FB-Seite.


Im eingeblendeten Tweet äusserte sich Ganser negativ über das Schweizer Fernsehen, weil es seine Forschung zum Thema WTC-7 (Thema 911) seiner Meinung nach diffamierte. Randbemerkung: (Daniele Ganser ist ein promovierter Historiker. Seine Spezialgebiete sind: Internationale Zeitgeschichte seit 1945, Verdeckte Kriegsführung und Geostrategie, Geheimdienste und Spezialeinheiten, Peak Oil und Ressourcenkriege, Globalisierung und Menschenrechte. Im Gegensatz zu vielen Journalisten, kann man ihn als Fachspezialisten bezeichnen. Seine Werke sind meines Wissens sorgfältig recherchiert und erfüllen sämtliche wissenschaftliche Kriterien.


Und dies ist die E-Mail mit bzw. ohne den ausgelassenen Teil. Die E-Mail war an Einstein, ein Wissensmagazin des Schweizer Fernsehens, adressiert und beinhaltet ein Feedback zur Sendung, die Ganser zu seinem Tweet veranlasste. Mit diesen beiden Einspielungen wollte der Moderator seinen Gast (Daniel Ganser) blosstellen. Auf den ersten Blick zurecht. Die beiden Aussagen widersprechen sich ja offensichtlich. Wenn du aber den ausgelassenen Teil dazunimmst, siehst du, dass Gansers Tweet und seine E-Mail keinesfalls im Widerspruch sind. Da ist die vollständige E-Mail: "Lieber Peter Ich fand den Teil zu 911 und WTC7 fair und sachlich. Danke. Der Mix mit "Klimalüge" und Protokolle hingegen fand ich schlecht. Herzlich Daniele" Ganser sagte in dieser Nachricht ziemlich deutlich, dass er es schlecht fand, dass "sein" Teil zu 911 und WTC-7 mit anderen Themen vermischt wurde. Er ärgerte sich folglich zurecht, da der weggelassene Teil seine Aussage verfälschte.

Lange Rede kurzer Sinn: An diesem Beispiel siehst du wie Medien mit Personen, die kritische Fragen stellen, umgehen. Statt auf den Sachverhalt einzugehen, schiessen sie auf die Person. Besonders bedenklich ist, wenn solche Taktiken von öffentlich rechtlichen Medien ausgeübt werden. Und das war bei Weitem noch nicht alles. Der Moderator griff seinen Gast bereits bei der Begrüssung an, indem er ihn als umstritten bezeichnete. Später in der Sendung versuchte ein anderer Mitarbeiter (Roger Schawinsky) des Schweizer Fernsehens Gansers Forschung auf seltengesehen plumpe Art ins lächerliche zu ziehen. Er behauptete, dass die offizielle Untersuchung zu 911 nicht mittels Folter geführt werden konnten, weil die Attentäter ja alle tot seien. Diese Aussege kommentiert sich von selbst.

Ich möchte Projer, den ich grundsätzlich sympathisch finde, mit diesem Artikel nicht persönlich angreifen, denn er war sich seiner Fehler wahrscheinlich nicht bewusst. Ich hoffe es zumindest. Fehler machen alle und manchmal sieht man sie in der Hitze des Gefechtes auch nicht gleich sofort ein. Das ist menschlich.

Zudem möchte ich erwähnen, dass es ein riesiger Fortschritt ist, dass Themen wie 911 auch wenn es erst nach 16 Jahren ist, endlich in Mainstreammedien thematisiert werden, selbst wenn die Art und Weise noch nicht befriedigend ist. Die Wahrheit findet langsam aber sicher ihren Weg an die Oberfläche.

Manchmal sagen Bilder mehr als Worte!


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