• Jan Walter

"Islamistisches Terrorzentrum": Saudi-Arabien unterwandert den Kosovo mit radikalem Islam


Das Saudi-Königreich strebt offenbar danach, seine radikale Auslegung des Islam auch im Kosovo zu verbreiten. Dies geht aus einem Papier der Bundesregierung hervor, das der "Welt" vorliegt. Auch die Türkei baue ihren Einfluss in der Region aus.


Die Bundesregierung hat in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen dargelegt, dass Saudi-Arabien und die Golfscheichtümer ihren Einfluss im Balkanland ausbauen wollen. Zu diesem Zweck würden sie radikale salafistische Bewegungen unterstützen. Auch Geld fließe von der arabischen Halbinsel in das Kosovo.

"Saudi-arabische Missionswerke sind auch im Kosovo aktiv und verbreiten hier die von Saudi-Arabien vertretene wahhabitische Interpretation des Islam, etwa durch die Entsendung von Predigern", zitiert die "Welt" aus dem Papier der Bundesregierung. Auch gebe es "ein kontinuierliches Engagement arabischer Geldgeber – Einzelpersonen, Nichtregierungsorganisationen sowie staatlicher und halbstaatlicher Institutionen – in der Islamischen Gemeinde Kosovos."

Dagdelen warnte gegenüber der "Welt" vor einem Siegeszug des Fundamentalismus im Kosovo:

"Unter den Augen von KFOR hat sich das Kosovo zum islamistischen Terrorzentrum in der Region entwickelt. Es ist skandalös, dass sich dank der Präsenz deutscher Soldaten saudische Gewalt- und Hassprediger ungestört die ideologische Basis dafür schaffen konnten."

Sie forderte die Bundesregierung dazu auf, "die Situation im Kosovo nicht weiter schönzureden und die Öffentlichkeit nicht weiter im Unklaren zu lassen über die konkreten Zahlen der Rekrutierung für islamistische Terrornetzwerke wie den IS und andere Organisationen im KFOR-Gebiet."

Neben den Golfstaaten versuche auch die türkische Regierung, ihren Einfluss auf dem Balkan zu vergrößern. In der Antwort auf Dagdelens Anfrage stellt sie fest: "Seit Amtsantritt der AKP-Regierung 2002 und insbesondere während der Amtszeit des ehemaligen Außenministers Ahmet Davutoğlu hat eine strategische Neuorientierung der türkischen Außenpolitik stattgefunden. Im Zuge dieser Neuausrichtung wurden auch (jedoch nicht ausschließlich) politische Schwerpunkte in Gebieten gesetzt, die früher Teil des Osmanischen Reiches waren."

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