• Jan Walter

»Mein Publikum macht mir genauso Mut«


Gespräch mit Konstantin Wecker. Über politisches Engagement, die Revolution der Zärtlichkeit und das ungeliebte Wort Bilanz.


Sie haben am vergangenen Donnerstag Ihren 70. Geburtstag gefeiert. Dazu erst einmal herzlichen Glückwunsch nachträglich!

Vielen Dank!

Ein Blick auf Ihre Biographie verrät: Sie haben eine bewegte Zeit hinter sich. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?

(Lacht) Das ist eine schwierige Frage. Eine Bilanz zu ziehen, das habe ich selbst noch nicht gemacht. Ich habe ja schon viele Autobiographien geschrieben; im Endeffekt sind meine letzten Bücher ja alle Autobiographien gewesen. Darum habe ich mich auch dagegen gewehrt, nun noch einmal eine zu verfassen. Ich habe bei dem jüngst erschienen Buch zwei Koautoren gehabt, die das Ganze noch einmal aus verschiedenen Sichten beleuchten.

Nachdem ich »Die Kunst des Scheiterns« geschrieben hatte – das heißt: in den vergangenen zehn Jahren – habe ich noch einmal eindringlich über mich nachgedacht, auch über mein Leben. Es war für mich erstaunlich, festzustellen, wie sehr sich mit dem Alter auch der Rückblick auf die Kindheit und auf die Jugend verändert. Die Fakten bleiben gleich. Aber die Geschichten werden anders erzählt, weil man sie auch anders versteht und anders sieht.

Fangen wir mal an mit dem Alter an sich. Mit 50 hatte ich ein komisches Gefühl – wie übrigens viele 50jährige Männer, mit denen ich gesprochen habe. Ich dachte, die Jugend sei vorbei. Das fühlte sich nicht gut an. Der 60. Geburtstag war genauso doof. Interessanterweise habe ich mich auf meinen 70. Geburtstag gefreut. Der 70. fühlt sich ganz anders an. Irgendwas in mir hat das Alter angenommen. Ab dem Moment kommen einem auch die Vorteile des Alters in den Sinn. Ich bin sogar dabei, einen gewissen Lobgesang auf das Alter zu singen, weil so viel wegfällt. Etwa die Gockeleien. Wenn ich zu einer Schlusserkenntnis kommen sollte, würde ich sagen: Ich nehme mein Engagement ernster als früher und mich selbst weniger ernst. Und das ist ein gutes Gefühl. (Lacht)

Also wird man im Alter tatsächlich gelassener?

Ja. Man muss das aber immer trennen. Im politischen Engagement bin ich immer weniger gelassen geworden. Das liegt aber auch an der Zeit. Man wird ja fast verrückt, wenn man sieht, was heutzutage politisch alles passiert. Und jeder intelligente Mensch muss voller Angst sein, was sich da auf uns zubewegt. Aber man eignet sich eine Gelassenheit im Umgang mit den eigentlichen Fragen an, die jeden Menschen beschäftigen. Eben mit jenen grundphilosophischen Fragen: Wo komme ich her, wo gehe ich hin, warum bin ich hier?

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Nein. Ich kann das glaube ich so deutlich sagen. Ich müsste da mit einer Gedichtzeile von Mascha Kaléko antworten: »Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der andern muss man leben.« Ich finde das ist eines der schönsten Gedichte, das sie jemals geschrieben hat. Ich habe insofern Angst, dass es mir im Alter immer öfter passiert, dass liebe Menschen sterben. Aber vor dem eigenen Tod habe ich sehr viel weniger Angst, als ich es zum Beispiel mit 40 hatte. Damals gab es natürlich auch noch viele Gründe, warum ich mich zu Recht fürchten konnte. (Lacht)

Sie haben es bereits erwähnt: Jeder halbwegs intelligente Mensch muss wegen der derzeitigen politischen Entwicklung besorgt sein. Schaut man sich um, könnte man zu dem Schluss kommen, es gäbe kaum noch intelligente Menschen auf dieser Welt. Es haben sich eine gewisse politische Ignoranz und ein politisches Desinteresse breit gemacht. Oder täuscht dieser Eindruck? Ich glaube, es ist nicht so. Die Zivilgesellschaft leistet im Moment unglaublich viel. Es geschieht nur sehr leise, was da passiert. Es ist ein Aufstand der Leisen. Mich interessiert immer mehr die Zivilgesellschaft, da bin ich ganz einer Meinung mit Jean Ziegler, den ich übrigens ganz großartig finde. Wir haben allein in Deutschland Millionen an Flüchtlingshelfern. Ich war in München bei einer Vollversammlung der bayerischen Flüchtlingshelfer am Marienplatz. Da waren Tausende von Menschen aus kleinsten Dörfern und haben gesagt: »In unserem Dorf gibt es vier oder fünf Flüchtlinge, denen wollen wir helfen.« Das sagten sie nicht so sehr aus politischen Gründen, sondern wirklich aufgrund ihres Mitgefühls, ihrer Empathie. Doch so etwas kommt in den Medien nicht vor.

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