• Jan Walter

Niederländische Ex-Blauhelme fordern Entschädigung für Srebrenica-Einsatz


Heute gab es in Den Haag ein Urteil: Der niederländische Staat muss eine Teil-Entschädigung an Familien zahlen, deren Jungen und Männer beim Massaker im bosnischen Srebrenica getötet wurden. Nun fordern auch die damals in Srebrenica stationierten niederländische Ex-Blauhelmsoldaten von ihrer Regierung Entschädigungen.


Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Massaker im bosnischen Srebrenica fordern mehr als 200 niederländische Ex-Blauhelmsoldaten von ihrer Regierung Entschädigungen für ihre Entsendung in die damalige UN-Schutzzone.

Seine 206 Mandanten verlangten eine Entschädigung von jeweils 22.000 Euro, sagte der Anwalt Michael Ruperti am Montagabend in der Talksendung „Jinek“. Die Gesamtforderung würde sich damit auf rund 4,5 Millionen Euro belaufen.

Die betroffenen Ex-Blauhelme erlitten noch immer Nachteile in allen Lebensbereichen, sagte der Anwalt. „Sie glauben, dass das Verteidigungsministerium dafür verantwortlich gemacht werden sollte“, sagte er.

Niederländische UN-Blauhelme leisteten gegenüber bosnischen Serben keinen Widerstand

Bosnisch-serbische Milizen hatten in der UN-Schutzzone Srebrenica im Juli 1995, wenige Monate vor Ende des Bosnien-Krieges, etwa 8.000 muslimische Männer und Jungen verschleppt und getötet. Das Massaker gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und wurde als Völkermord eingestuft.

Serbien weigert sich seit Ende des Bosnienkriegs (1992-95), das Massaker von Srebrenica als Völkermord anzuerkennen.

Als die Milizen am Nachmittag des 13. Juli 1995 in das Lager einrückten, leistete die schlecht ausgerüstete niederländische UN-Truppe Dutchbat keinen Widerstand. Einem UN-Bericht zufolge überließ sie alle Beobachtungsposten und Sperranlagen widerstandslos den bosnischen Serben.

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