• Jan Walter

Kosmetikprodukte: Diese Inhaltsstoffe sollten Sie meiden



Wertvolle Ratschläge von Dr. Julia Lämmerhirt. Sie ist eine erfolgreiche Hautärztin und Akne-Expertin in Wien und unterstützt Menschen dabei, ihre Hautprobleme und Akne auf ganzheitliche Art und Weise in den Griff zu bekommen. Für sie spielt das Ayurveda – die indische traditionelle Heilkunst – eine entscheidende Rolle, da Ayurveda die eigene Ernährung und Lebensweise in den Mittelpunkt stellt.

Wir wollen immer mehr Natur pur auf unserer Haut haben und die herkömmlichen Kosmetikprodukte geraten zunehmend in Verruf. Was steckt dahinter und worauf muss ich achten?

Es geht darum, die natürliche Regenerationsfähigkeit der Haut zu erhalten und zu unterstützen, und alle Stoffe zu vermeiden, die das verhindern. Gleichzeitig soll keine Sensibilisierung für Kontaktallergien erfolgen oder sogar die Aufnahme von potenziell gesundheitsschädigenden Stoffen.

Besonders wichtig ist es, dass Cremen frei sind von:

  • Duftstoffen

  • Herkömmlichen Konservierungsstoffen

  • Emulgatoren

  • Mineralölen

  • Silikonen

  • Mikroplastik


Duftstoffe und Konservierungsstoffe

Duftstoffe und herkömmliche Konservierungsmittel können die Haut sensibilisieren. Es kann im Laufe der Zeit zu Hautreaktionen kommen. Duftstoffe sind eigentlich nicht notwendig und werden manchmal verwendet, um den unangenehmen Geruch von anderen Inhaltsstoffen zu verdecken. Daher ist bei Cremen, die frei von Duftstoffen sind, die Verwendung von Rohstoffen der reinsten Qualität erforderlich. Um auf herkömmliche Konservierung zu verzichten, kann man mit der Verpackung (Airless Spender) und Zuckermolekülen sowie mit geringsten Mengen von Alkohol arbeiten.

Alkohol als Alternative?

Der einfache (Trink)Alkohol Ethanol gilt nicht als Konservierungsstoff, hemmt aber ab ca. 10% das Wachstum von Bakterien. Deshalb wird er häufig in konservierungsstofffreien Präparaten eingesetzt. Die Furcht, dass dadurch die Haut austrocknet, ist bei diesen Konzentrationen völlig unbegründet. Ein weiterer Vorteil von Alkohol ist, dass er kein Sensibilisierungspotenzial hat. Da Ethanol teuer ist, wird in der Kosmetik oft denaturierter Alkohol verwendet, um Kosten zu sparen. Diese sogenannten Vergällungsmittel, z.B. der Weichmacher Phthalat, stehen im Verdacht sich im Körper abzulagern und potenziell hormonähnliche Wirkungen zu haben.

Emulgatoren

Emulgatoren in Kosmetika haben die Aufgabe, Wasser und Öl miteinander zu vermischen. Der Nachteil ist, dass Emulgatoren in der Haut verbleiben und bei Wasserkontakt hauteigene Fette herauslösen – der sogenannte Auswascheffekt. Dadurch wird die Haut immer trockener. Außerdem zerstören Emulgatoren die Hautbarriere und Duft- und Konservierungsstoffe gelangen in tiefere Hautschichten. Eine chronisch trockene und überempfindliche Haut sind die Folge. Als Alternative kommen Stoffe wie Ceramide und Phosphatidylcholin infrage, die Bestandteile der normalen Hautschicht sind (auch unsere Haut enthält eine Mischung aus Fett und Wasser).

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Mineralöle

Mineralöle (Paraffin, Vaseline) bilden einen Film auf der obersten Hautschicht und machen sofort ein glattes Hautgefühl. Allerdings dichten sie die Haut ab, indem sie die Verdunstung von Wasser über die Haut hemmen (die sogenannte Hautatmung), sodass mehr Wasser in der Haut gespeichert bleibt. Das gibt einerseits einen pflegenden Soforteffekt, allerdings geht an die tieferen Hautschichten die Information, das alles in Ordnung ist und die Haut wird nicht in ihrer natürlichen Funktion angeregt, sondern „faul“. Wenn dann das mineralölhältige Produkt wieder heruntergewaschen wird, ist die gespeicherte Feuchtigkeit wieder weg und so wird die Haut quasi abhängig von dieser Art von Pflegeprodukt.

Silikone

Silikone sind – wie die Mineralöle – physiologisch nicht am Stoffgleichwicht der Haut beteiligt. Das heißt, dass das angenehme Gefühl nach dem Auftragen nicht mit einer realen Regeneration der Haut korreliert. Die Abdichtung der Haut führt außerdem zu einer Veränderung der natürlichen Hautflora, da sich die hauteigenen Bakterien von natürlichen Fetten und nicht von chemischen Stoffen ernähren. Pflegeprodukte, die pflanzliche Fette enthalten, kommen also der Hautphysiologie entgegen und führen langfristig zu einer Verbesserung des Hautzustands.

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